Bettmilben? Sehr wahrscheinlich ja - Das können Sie gegen Milben im Bett tun!
- Ist Ihr Bett von Milben befallen?
- Milben im Bett: Wo sie sich am meisten aufhalten und warum
- Diese Symptome zeigen Allergikern, dass Hausstaubmilben in Ihrer Umgebung sind
- Typische Symptome einer Hausstaubmilbenallergie - und wann sie auftreten
- Sollten Sie auch ohne Allergie etwas gegen Milben im Bett tun?
- 8 Tipps, um Milben im Bett zu bekÀmpfen & ihre Vermehrung einzudÀmmen
- So sollten Sie Milben bekÀmpfen, wenn Sie eine Allergie haben
- Unser Beitrag zu Ihrer milbenfreien Wohnumgebung
Bettmilben, auch Hausstaubmilben genannt, gibt es in jeder Wohnung. Besonders gern machen Sie es sich jedoch im Bett gemĂŒtlich. In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie feststellen können, ob Sie Milben im Bett haben. Abgesehen davon, verraten wir Ihnen, wie Sie eine Allergie erkennen und was Sie dagegen tun können.
Ist Ihr Bett von Milben befallen?
Hausstaubmilben sind so klein, dass man sie mit bloĂem Auge nicht erkennen kann - erst unter dem Mikroskop werden sie sichtbar. Deshalb ist es kaum möglich, ihre genaue Anzahl im Bett festzustellen. Dennoch gilt: In nahezu jedem Bett sind Milben zu finden, es sei denn, Matratze, Kissen und Bettdecken wurden von Anfang an mit speziellen SchutzbezĂŒgen (Encasings) ausgestattet.
Warum sind Milben im Bett?
Milben sind keine Parasiten - sie beiĂen oder stechen nicht, sondern ernĂ€hren sich vor allem von Hautschuppen, die wir tĂ€glich verlieren. Das macht das Bett zu einem idealen Lebensraum fĂŒr sie. Besonders gern halten sie sich auf in:
Milben lieben warme & feuchte Bedingungen
Hausstaubmilben fĂŒhlen sich unter bestimmten Bedingungen besonders wohl:
- Optimale Temperatur: ca. 25 °C
- Ideale Luftfeuchtigkeit: etwa 70 %
- Perfekte Umgebung: Bettzeug, Matratzen & Teppiche, da hier durch KörperschweiĂ genug Feuchtigkeit und WĂ€rme vorhanden ist.
Sind Milben gefÀhrlich?
- FĂŒr gesunde Menschen sind Milben harmlos.
- FĂŒr Allergiker hingegen können sie groĂe Beschwerden verursachen. Die eigentliche Allergie wird nicht durch die Milben selbst ausgelöst, sondern durch ihre Ausscheidungen, die sich im Hausstaub sammeln. Diese können zu Symptomen wie Niesen, verstopfter Nase, trĂ€nenden Augen und Atemproblemen fĂŒhren.
Milben im Bett: Wo sie sich am meisten aufhalten und warum
Hausstaubmilben sind in nahezu jedem Bett zu finden - unabhĂ€ngig von der Hygiene. Sie ernĂ€hren sich von Hautschuppen und fĂŒhlen sich in warmen, feuchten Umgebungen besonders wohl. Doch nicht jeder Bereich des Bettes ist gleich stark betroffen. Die folgenden Abschnitte zeigen, wo die meisten Milben leben und warum das so ist.
1. Die Matratze - Der Hauptwohnsitz der Milben
Hier leben die meisten Milben - oft mehrere Millionen pro Matratze.
Warum?
- Hautschuppen dringen tief in den Matratzenkern ein - eine unerschöpfliche Nahrungsquelle.
- Die Matratze speichert WĂ€rme und Feuchtigkeit, vor allem durch KörperschweiĂ.
- Ohne Schutzbezug lassen sich Milben kaum entfernen, da sie tief im Material sitzen.
Lösung: Encasings verwenden, regelmĂ€Ăig lĂŒften, Matratze alle 8-10 Jahre austauschen.
2. Das Kopfkissen - Perfekter Ort fĂŒr Milben
Zweiter Platz im Milben-Ranking - besonders viele Milben sammeln sich hier.
Warum?
- Direkter Hautkontakt sorgt fĂŒr viele Hautschuppen.
- Atemluft und Schweià erhöhen die Luftfeuchtigkeit.
- Ohne regelmĂ€Ăiges Waschen bleibt es ein idealer Lebensraum.
Lösung: Encasings fĂŒr Kissen nutzen, Kissen regelmĂ€Ăig bei 60 °C waschen.
3. Die Bettdecke - Kuschelig und warm fĂŒr Milben
Milben leben auch in Bettdecken, aber in deutlich geringerer Anzahl als in Matratzen und Kissen.
Hauptgrund: Die Hautschuppen, die wir im Schlaf verlieren, fallen nach unten - auf Kissen und Matratze, nicht nach oben zur Bettdecke. Da Milben sich von diesen Schuppen ernÀhren, finden sie unter uns deutlich bessere Bedingungen als in der Bettdecke
Weitere Faktoren:
- Mehr Luftzirkulation - Milben siedeln sich schwerer an.
- RegelmĂ€Ăiges Waschen - Bettdecken lassen sich leichter bei 60 °C reinigen, als Matratzen.
- Geringere Feuchtigkeitsbindung - trocknet schneller aus als Matratzen.
Lösung: Bettdecken wie Kissen auch regelmĂ€Ăig bei 60 °C waschen, atmungsaktive Materialien wĂ€hlen, Encasings nutzen.
Diese Symptome zeigen Allergikern, dass Hausstaubmilben in Ihrer Umgebung sind
Wer unter einer Hausstaubmilbenallergie leidet, hat den direkten Beweis, dass sich Hausstaubmilben in der unmittelbaren Umgebung befinden. Wenn Sie allergische Beschwerden aufgrund von Hausstaubmilben haben, bedeutet das, dass die Milben schon seit lĂ€ngerer Zeit in Ihrer Umgebung vorhanden sein mĂŒssen. Da die allergische Reaktion nicht durch die Milben selbst, sondern durch ihren Kot ausgelöst wird, braucht es eine gewisse Zeit, bis sich genĂŒgend allergene Stoffe ansammeln. Die winzigen Kotpartikel enthalten allergene Proteine, die sich als Feinstaub in der Luft verteilen und eingeatmet werden - mit teils starken Folgen fĂŒr Betroffene.
Da sich Hausstaubmilben bevorzugt in Betten, Matratzen, Kissen und Teppichen aufhalten, sind die Symptome besonders morgens nach dem Aufstehen ausgeprÀgt. Doch weil sie typischen ErkÀltungsbeschwerden Àhneln, bleibt die Allergie oft lange unentdeckt.
Typische Symptome einer Hausstaubmilbenallergie - und wann sie auftreten
Die Beschwerden einer Hausstaubmilbenallergie sind oft unspezifisch und werden leicht mit einer ErkĂ€ltung verwechselt. Doch im Gegensatz zu einer Infektion treten die Symptome vor allem morgens nach dem Aufwachen auf und bessern sich oft tagsĂŒber, wenn man sich auĂerhalb des Schlafzimmers aufhĂ€lt.
Hier sind die hĂ€ufigsten Anzeichen einer Hausstaubmilbenallergie - und wann sie besonders spĂŒrbar sind:
Atemwege & Nase
HÀufiges Niesen - besonders morgens oder nach dem Bettenmachen, wenn aufgewirbelter Staub eingeatmet wird.
Laufende oder verstopfte Nase - vor allem nachts oder direkt nach dem Aufwachen. Oft wird die Nase nach dem Aufstehen wieder freier.
Schweres oder pfeifendes Atmen - kann sich beim Liegen verstĂ€rken, da Milbenallergene ĂŒber Nacht eingeatmet werden.
Augen
Gerötete, juckende oder trĂ€nende Augen - hĂ€ufig nach dem Aufwachen oder beim Kontakt mit Staub (z. B. beim AufschĂŒtteln der Bettdecke).
Hals & Lunge
Husten oder Halsschmerzen - oft morgens oder nachts, wenn sich Allergene in den Atemwegen ansammeln.
Asthma-Symptome - können sich verschlimmern, wenn man lĂ€ngere Zeit im Schlafzimmer verbringt. Typisch sind Atemnot, EngegefĂŒhl in der Brust oder anhaltender Reizhusten.
Haut
Neurodermitis oder Hautreizungen - durch Kontakt mit BettwÀsche oder Kissen können sich Ekzeme oder Juckreiz verstÀrken.
Schlaf & Allgemeinbefinden
Unruhiger Schlaf - Betroffene wachen hÀufig auf, weil sie durch die verstopfte Nase schlechter atmen können oder durch Hustenreiz gestört werden.
Kopfschmerzen nach dem Aufwachen - entstehen oft durch die Kombination aus schlechter Atmung in der Nacht und entzĂŒndlichen Reaktionen auf die Allergene.
Hinweis:
Die Symptome treten besonders stark im Schlafzimmer auf, da dort die gröĂte Milbenbelastung herrscht. Wer bemerkt, dass sich die Beschwerden in anderen RĂ€umen oder im Freien verbessern, sollte an eine Hausstaubmilbenallergie denken.
Sollten Sie auch ohne Allergie etwas gegen Milben im Bett tun?
Ja - und das aus gutem Grund! Auch wenn Sie keine Allergie haben, ist der Gedanke daran, dass sich Millionen von Milben in Matratzen, Kissen, Bettdecken und Teppichen befinden, wenig angenehm. Ganz vermeiden lÀsst sich das leider nicht, aber Sie können aktiv beeinflussen, wie viele Milben sich in Ihrem Bett aufhalten.
Besonders wichtig ist die Vorbeugung: Je weniger Milben sich ausbreiten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich irgendwann eine Hausstaubmilbenallergie entwickelt. Mit einfachen MaĂnahmen können Sie die Milbenpopulation reduzieren und so fĂŒr ein hygienischeres und gesĂŒnderes Schlafklima sorgen.
8 Tipps, um Milben im Bett zu bekÀmpfen & ihre Vermehrung einzudÀmmen
1. BettwÀsche hÀufig wechseln
Wechseln Sie Ihre BettwÀsche mindestens einmal pro Woche. In der BettwÀsche sammeln sich Hautschuppen, Schweià und Feuchtigkeit - alles, was Milben lieben.
2. BettwÀsche heià waschen
Waschen Sie Ihre BettwĂ€sche bei mindestens 60 °C, um Milben abzutöten. Niedrigere Temperaturen reichen nicht aus, um sie und ihre allergenen RĂŒckstĂ€nde zu entfernen.
3. Bettzeug nach dem Schlafen auslĂŒften
Lassen Sie Decke und Kissen nach dem Schlafen gut auslĂŒften, damit die Feuchtigkeit verdunstet.
Aber Vorsicht: SchĂŒtteln Sie die BettwĂ€sche nicht aus - sonst verteilen Sie Milbenkot und Allergene nur in der Luft.
4. Matratze regelmĂ€Ăig austauschen
Ersetzen Sie Ihre Matratze spÀtestens alle 5 bis 7 Jahre. Selbst bei guter Pflege sammelt sich im Laufe der Zeit eine erhebliche Menge an Milben und deren Ausscheidungen darin an.
5. Temperatur & Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer senken
Milben mögen es warm und feucht. Halten Sie die Schlafzimmertemperatur zwischen 18 und 20 °C und die Luftfeuchtigkeit unter 50 %, um ihre Vermehrung einzudÀmmen.
6. RegelmĂ€Ăig lĂŒften
LĂŒften Sie das Schlafzimmer ein- bis zweimal tĂ€glich fĂŒr mindestens 5-10 Minuten. Frische Luft reduziert die Feuchtigkeit und erschwert Milben das Ăberleben.
7. Staub regelmĂ€Ăig entfernen
Saugen Sie Ihr Schlafzimmer oft mit einem HEPA-Filter-Staubsauger, um Milbenkot aus Matratze und Teppichen zu entfernen. Wischen Sie glatte Böden feucht, damit der Staub sich nicht in der Luft verteilt.
8. StaubfÀnger entfernen
Reduzieren Sie Textilien im Schlafzimmer, in denen sich Milben besonders wohlfĂŒhlen, z. B.:
- Teppiche - besonders hochflorige Varianten
- VorhĂ€nge - falls nötig, regelmĂ€Ăig waschen
- Kuscheltiere - wenn vorhanden, regelmĂ€Ăig einfrieren oder heiĂ waschen
So sollten Sie Milben bekÀmpfen, wenn Sie eine Allergie haben
Als Allergiker wissen Sie, wie stark Hausstaubmilben Ihre LebensqualitÀt beeintrÀchtigen können. Niesattacken, Schnupfen, gerötete Augen, Hautreizungen oder sogar Asthma - die Symptome sind vielfÀltig und können von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen. Doch anstatt die Beschwerden einfach hinzunehmen, sollten Sie aktiv gegen die Milben vorgehen.
ZunĂ€chst sollten Sie alle grundlegenden MaĂnahmen zur Reduzierung der Milbenpopulation umsetzen, die bereits genannt wurden:
- HÀufiges Wechseln und Waschen der BettwÀsche
- Senkung von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit
- RegelmĂ€Ăiges LĂŒften und Staubsaugen mit HEPA-Filter
- Reduzierung von StaubfÀngern wie Teppichen und VorhÀngen
Diese MaĂnahmen allein reichen zwar nicht aus, um die Milben vollstĂ€ndig zu beseitigen, doch sie helfen dabei, ihre Vermehrung deutlich einzudĂ€mmen. ZusĂ€tzlich gibt es fĂŒr Allergiker weitere spezielle Strategien, um die Symptome zu lindern und die Belastung zu reduzieren.
ZusĂ€tzliche MaĂnahmen fĂŒr Allergiker
1. Encasings fĂŒr Matratzen und Bettzeug verwenden
- Encasings sind milbendichte SchutzbezĂŒge fĂŒr Matratzen, Kissen und Bettdecken.
- Sie bestehen aus einem besonders feinmaschigen Gewebe, das Milben und deren allergieauslösenden Partikel abschirmt.
- Durch die Barriere zwischen Ihnen und den Milben können bereits viele Symptome deutlich reduziert werden.
Tipp:Â Verwenden Sie Encasings mit nachgewiesener Allergiker-Zertifizierung.
2. Wohnraum allergikerfreundlich gestalten
- BodenbelÀge auswechseln - statt Teppich lieber glatte Böden wie Laminat oder Parkett.
- Schwere VorhÀnge vermeiden - stattdessen leicht waschbare Rollos oder Jalousien nutzen.
- StaubfĂ€nger entfernen - PlĂŒschtiere, Polstermöbel oder offene Regale sind Milbenmagneten.
Tipp: Falls Teppiche oder Polstermöbel nicht vermieden werden können, sollten sie regelmĂ€Ăig mit einem Dampfreiniger behandelt werden.
3. Milbenspray fĂŒr Matratzen und Bettzeug nutzen
- Spezielle Milbensprays enthalten Wirkstoffe, die die Milben abtöten oder ihre Entwicklung hemmen.
- Sie werden auf Matratzen, Kissen und Polstermöbel gesprĂŒht und sollten alle vier bis sechs Wochen erneuert werden.
Tipp: Achten Sie darauf, ein milbenabtötendes Spray zu verwenden - viele Produkte auf dem Markt neutralisieren nur die Allergene, töten aber die Milben nicht ab.
4. HEPA-Filter-Staubsauger nutzen
- Ein Staubsauger mit HEPA-Filter kann selbst kleinste Milbenpartikel und Allergene zuverlÀssig entfernen.
- Besonders wichtig ist das regelmĂ€Ăige Absaugen der Matratze und Polstermöbel.
- Ein normaler Staubsauger reicht nicht aus, da er die feinen Partikel oft wieder in die Luft abgibt.
Tipp: Verwenden Sie zusÀtzlich einen Luftreiniger mit HEPA-Filter, um die Allergene aus der Raumluft zu filtern.
5. Medikamente gegen Hausstaubmilbenallergie einnehmen
- Falls trotz aller MaĂnahmen weiterhin Beschwerden bestehen, kann Ihr Arzt Ihnen Antihistaminika oder kortisonhaltige Nasensprays verschreiben.
- Diese Medikamente lindern die allergische Reaktion, indem sie die EntzĂŒndungsreaktion des Körpers reduzieren.
Tipp: Medikamente helfen nur symptomatisch - sie bekÀmpfen nicht die Ursache, sondern lindern lediglich die Beschwerden.
6. Hyposensibilisierung: Die langfristige Lösung
- Eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) ist die einzige Behandlung, die an der Ursache der Allergie ansetzt.
- Ăber mehrere Jahre hinweg werden dem Körper geringe Mengen der Allergene zugefĂŒhrt - entweder als Tropfen/Tabletten oder als Spritzen.
- Dadurch gewöhnt sich das Immunsystem an die Milbenallergene, sodass die Symptome langfristig abgeschwÀcht oder sogar ganz beseitigt werden können.
Tipp: Eine Hyposensibilisierung ist besonders bei schweren Allergiebeschwerden oder drohendem allergischem Asthma empfehlenswert.
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Quellen
Bundesverband der Pneumologen e.V. und deutsche Lungenstiftung e.V.
www.lungenaerzte-im-netz.de (letzter Abruf: 14.10.2019)
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
www.daab.de (letzter Abruf: 14.10.2019)
Deutsches Forschungszentrum fĂŒr Gesundheit und Umwelt (GmbH)
www.allergieinformationsdienst.de (letzter Abruf: 14.10.2019)
Institut fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
www.gesundheitsinformation.de (letzter Abruf: 14.10.2019)
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