Milbenbisse - Wie sehen sie aus und wie behandelt man sie
Milben sind den meisten von uns als AuslĂśser der Hausstauballergie bekannt. Milbenbisse sind von diese Art jedoch nicht zu erwarten, sie ernährt sich "lediglich" von Hautschuppen. Eine Milbenart die beiĂt, ist zum Beispiel die Grab- bzw. Krätzmilbe deren Bisse die Krätze verursachen kĂśnnen und einen starken Juckreiz mit sich bringen. Deswegen sollten Milbenbisse schnellstmĂśglich behandelt werden. In unserem Ratgeber erfahren Sie unter anderem wie Milbenbisse aussehen, welche Symptome sie mit sich bringen und was Sie gegen sie und die nervigen Spinnentiere tun kĂśnnen.
Milbenbisse - So sehen sie aus

Ein Milbenbiss ist stets mit einer RÜtung, einem Ausschlag und einer Schwellung der Haut verbunden. Der Biss ist einem Insektenstich sehr ähnlich. Oftmals sind unter der Haut sogar richtige Gänge zu erkennen. Um Milbenbisse zu identifizieren, ist es hilfreich eine Lupe parat zu haben, denn mit einer Lupe lässt sich feststellen, ob man sich sogenannte Grabmilben eingefangen hat, die ihre Eier in Gängen innerhalb der Haut ablegen (das kÜnnen unter anderem Krätzmilben sein) oder eine harmlosere Milbenart am Werk war oder ist. Auch lässt sich erkennen, ob die Milben noch leben und aktiv sind oder schon abgestorben sind.
Anmerkung:Â Milbenbisse oder Milbenstiche: Auch, wenn manchmal von Milbenstichen die Rede ist, fakt ist, dass Milben beiĂen und nicht stechen!
Symptome bei Milbenbissen
Wenn Milben beiĂen, kann dies sehr unangenehm werden. Milbenbisse fallen in der Regel durch eine gerĂśtete Schwellung und damit einhergehenden Juckreiz auf. Besonders unangenehm sind die Symptome der Scabiesmilbe, welche die Krätze ßberträgt.
Sehen die Bisse aller Milbenarten gleich aus oder gibt es Unterschiede?
Milben sind eine Untergruppe der Spinnentiere und in diesem Bereich gibt es einen besonders groĂen Artenreichtum. Die Bisse von Milben unterscheiden sich aber in der Regel fĂźr den Laien nur in einem wichtigen Punkt. Die Gruppe der sogenannten Grabmilben frisst sich in die Haut hinein, und legt in den geschaffenen Gängen ihre Eier ab. Diese kleinen Tunnel lassen sich gut unter der Lupe erkennen.
Andere Milben fallen nach dem Biss wieder von der Haut ab. Wieder andere Milben ernähren sich von abgestorbenem Gewebe oder finden ihre Nahrungsquellen in Pflanzen, Pilzen oder Aas. Am häufigsten kommen Hausstaubmilben, Haarbalgmilben und Grasmilben vor.
Grundsätzlich erkennt man Milben daran, dass sie wie kleine rote, weiĂe oder schwarze Punkte aussehen und ihre Bisse gehen mit RĂśtungen und Schwellungen einher. Schuppen auf der Haut kommen hinzu, wenn Raubmilben am Werk waren und Sie gebissen haben. Bisse von Grasmilben kĂśnnen hingegen Quaddeln und Pusteln hervorrufen. Haben Sie sich mit Krätzmilben angesteckt, bilden sich mit der Zeit kleine KnĂśtchen oder Pusteln, die letztendlich den Ausbruch von Krankheiten, wie Krätze bzw. Skabies nach sich ziehen.
Spezialfall Zecken: Auch Zecken gehĂśren zur Milbenfamilie und sind Spinnentiere. Sie halten sich vermehrt im Gras und im GebĂźsch auf und bevorzugen besonders dĂźnne und warme Hautstellen, wie zum Beispiel den Bauch- und Brustbereich, sowie Kniekehlen und den Schrittbereich, um sich dort niederzulassen. Gerne siedeln sie sich auch am Kopf, am Haaransatz oder im Nacken an. Da Zecken verschiedene Krankheiten, wie zum Beispiel Borreliose, die viral bedingte HirnhautentzĂźndung, das Fleckfieber oder das Krim-Kongo-Fieber Ăźbertragen, ist es wichtig, sie mĂśglichst schnell zu entfernen. Nachdem sich eine Zecke festgebissen hat, trinkt sie sich oft Ăźber Tage bis auf ein Vielfaches der KĂśrpergrĂśĂe mit Blut voll und ist.
Milben oder Flohbisse - Was sind die Unterschiede?

Milbenbiss
Milbenbisse zieht man sich einzeln oder in Gruppenbissen zu. Die HautrĂśtung ist im Vergleich zu Flohbissen meist ausgeprägter und groĂflächiger. Falls Sie eine Milbenart erwischt hat, die sich unter die Haut gräbt und dort Eier ablegt, wie z.B. Krätzmilben juckt es fast permanent.

Flohbiss
Typische Flohbisse erkennen Sie hingegen meist an der sogenannten Flohleiter. In der Regel befinden sich dann 3-5 Stiche mit etwa ein 1 bis 2 cm Abstand direkt nebeneinander. Die Stiche erkennt man an ihrem roten Fleck, der allerdings in der Regel kleiner als ein Milbenbiss ausfällt. Bei manchen Menschen kann es auch zu Quaddeln kommen. Begleitet werden Flohbisse ebenfalls von einem unangenehmen Juckreiz, der alle paar Tage wiederkommt. Bleiben FlÜhe länger unbehandelt und steigert sich die Population zu einem regelrechten Flohzirkus steigt natßrlich auch der Juckdrang. Diesem Drang sollten Sie jedoch weder beim Flohbiss noch beim Milbenbiss nachgeben, denn selbst kleinste Wunden sind ein Einfallstor fßr Infektionen und Krankheitserreger.
Welche Krankheiten Sie durch Milbenbisse bekommen kĂśnnen?
Milben sind sehr stark verbreitet, so dass es fast unmÜglich ist, ihnen aus dem Weg zu gehen. Nichtsdestotrotz brauchen Sie sich Ihrem Schicksal nicht ergeben und die Parasiten frÜhlich in Ihrer Wohnung gedeihen lassen. Machen Sie es ihnen stattdessen so ungemßtlich wie mÜglich. Fakt ist nämlich: Ein Hausstaubmilben Biss kann zu verschiedenen Krankheiten fßhren.
- Krätze und Scabies: Die Krankheit Krätze wird durch die sogenannte Scabiesmilbe ßbertragen. Die weiblichen Milben bohren Tunnel in die oberste Hautschicht und legen dort ihre Eier ab. Nur einige Tage später schlßpfen Larven aus den Eiern, was dann zu einem besonders starken Juckreiz fßhrt.
- Haarbalgentzßndung: Haarbalgmilben sitzen an den Haarwurzeln und den Augenwimpern von Menschen. Sie ernähren sich von Bakterien und von Fett auf der Haut. In Ausnahmefällen kÜnnen sie zu einer Haarbalgentzßngung, Akne oder zu Rosazea fßhren.
- Weitere Krankheiten: In seltenen Fällen ßbertragen Milben auch Krankheiten wie Saint-Louis-Enzephalitis, Fleckfieber oder Tularämie
- Allergie: Ein Biss fßhrt zwar nicht zur typischen Hausstaubmilbenallergie, dennoch erwähnen wir sie hier weil die sie zu den zweithäufigsten Allergien in Deutschland gehÜrt. Die Allergie wird durch den Kot der Hausstaubmilben ausgelÜst. Dieser befindet sich im Bett, in der Matratze, in der Bettwäsche, aber auch in anderen Textilien und in Teppichen. Mit dem Staub wird er aufgewirbelt und gelangt auf diese Weise in die Atemwege der Menschen.
Behandlung von Milbenbissen: Was kĂśnnen Sie tun?
Milbenbisse zeichnen sich dadurch aus, dass sie stark jucken. Schnell gibt man in der Regel dem Instinkt nach und kratzt sich fleiĂig. Das ist jedoch genau der falsche Weg, um das Jucken zu beenden, denn das Kratzen fordert weiteren Juckreiz heraus und fĂźhrt dann zu kleinen Wunden, die EntzĂźndungen und Krankheiten begĂźnstigen. Um lästige Milbenstiche erfolgreich zu behandeln, sollten Sie deshalb anders vorgehen:
- Desinfizieren: Zunächst einmal muss der Milben-Biss desinfiziert werden. Dafßr kann eine Behandlung mit Wunddesinfektionsmittel oder alternativ Alkohol erfolgen.
- KĂźhlen:Â KĂźhlen lindert den Juckreiz und hilft dir dabei, stark zu bleiben und nicht an dem Stich zu kratzen. Der KĂźhlakku sollte jedoch niemals ohne SchutzhĂźlle aus Stoff direkt auf die Haut gelegt werden. Dies kann zu Schmerzen und zu Erfrierungen der oberen Hautschichten fĂźhren.
- Stichheiler:Â Befinden sich Milbenbisse auf der Haut, verspricht auch der Stichheiler gute Hilfe. Er sorgt fĂźr Linderung bei Insektenbissen jeglicher Art.
- Arztbesuch: ZÜgern Sie nicht und lassen Sie einen Arzt den Biss sehen, um festzustellen um welche Milbenart es sich handelt. Besonders bei Krätzmilben ist eine medizinische Behandlung sehr wichtig. Lesen Sie hierfßr: Krätze behandlung.
Was gibt es bei Kindern zu beachten?
Richtige Milbenbisse holen sich Kinder dann eher im Freien als Drinnen, wenn sie zum Beispiel in der freien Natur spielen. Dort kĂśnnen sie dann zum Beispiel Grasmilben oder Holzmilben beiĂen und unter anderem allergische Reaktionen hervorrufen. Sind die allergischen Reaktionen des Kindes sehr stark, kĂśnnen nach RĂźcksprache mit dem Arzt mĂśglicherweise Antihistaminika oder antiallergische Nasen- und Augentropfen helfen.
Milben bekämpfen: Wie wird man Milben los und verhindert weiteren Befall?
Noch besser als die Behandlung von Milbenbissen ist die Vermeidung. Gänzlich vermeiden lassen sich Milben leider nicht. Jedoch kÜnnen Sie Milben bekämpfen und ihnen das Leben auf einfache Art und Weise schwer machen:
- Encasings benutzen: Dabei handelt es sich um SchutzbezĂźge fĂźr die Matratze und das Bettzeug. Hausstaubmilben werden durch sie eingesperrt und kĂśnnen nicht mehr nach auĂen entweichen. (Zusätzlich sollten Sie ein Milbenspray verwenden)
- Matratzen nach sieben Jahren austauschen:Â Matratzen sollten aus Gesundheits- und HygienegrĂźnden alle 7 bis 10 Jahre ausgewechselt werden. Laut Stiftung Warentest erreicht eine Matratze nach sieben Jahren ein HĂśchstmaĂ an Allergenen.
- Bett und Bettzeug auslĂźften:Â Nach dem Aufstehen sollten Sie zuerst die Decke zurĂźckschlagen und das Bettzeug auslĂźften lassen. Ansonsten kann die Ăźber Nacht angesammelte Feuchtigkeit unter der zusammengelegten Bettdecke nicht richtig entweichen, was eine hohe Luftfeuchtigkeit mit sich bringt, die wiederum ein beliebter Tummelplatz fĂźr Hausstaubmilben ist.
- Auf TeppichbÜden verzichten: Glatte und abwaschbare Bodenbeläge sind die richtige Wahl fßr Allergiker. Teppiche sind hingegen ein beliebter Tummelplatz fßr Milben.
- Verwendung von Milbenmittel: Bereits von Milben eingenommene Tummelflächen wie Teppiche oder Vorhänge kÜnnen Sie mit Milbenmitteln einsprßhen. Das treibt den Spinnentieren den Hunger aus, so dass sie nach einer Weile einfach absterben. Verwenden Sie am besten ein Ükologisches Milbenspray wie das von Softsan.
- Kuscheltiere einfrieren: Vor allem Kinder mĂśchten auf ihre Kuscheltiere oftmals nicht verzichten. Doch leider sind diese ein beliebter Aufenthaltsort fĂźr Hausstaubmilben. Um diese abzutĂśten, kĂśnnen Kuscheltiere fĂźr 24 Stunden in die KĂźhltruhe gelegt werden. Zusätzlich dazu sollten die Stofftiere regelmäĂig auf mindestens 60 °C gewaschen werden.
Unser Beitrag zu Ihrer milbenfreien Wohnumgebung
Ăber den Autor
Alexander Marinescu
Quellen
Bundeszentrale fßr gesundheitliche Aufklärung
www.infektionsschutz.de (letzter Abruf: 14.10.2019)
Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung
www.aerzteblatt.de (letzter Abruf: 14.10.2019)

