Milbenarten - Welche gibt es und was sollte man Ăźber sie wissen?
Auch wenn oftmals pauschal von Milben die Rede ist, so gibt es unzählige Milbenarten, die zu unterscheiden sind. Fßr den Menschen und fßr Haustiere sind jedoch nur einige wenige relevant. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche das sind und was sie auszeichnet.
Die Milbenarten: Vorkommen - Ernährung - Wirkung (Schädlinge & Nßtzlinge)
In unserer Ăbersicht verraten wir Ihnen alles Wissenswerte, was es zu den einzelnen Milben zu erfahren gibt:
Hausstaubmilben
Hausstaubmilben sind die wohl bekannteste Milbenart. Sie sind ungefährlich, machen Allergikern jedoch das Leben schwer.
Vorkommen:
Hausstaubmilben sind in fast jeder Wohnung zu finden. DrauĂen im Freien kĂśnnen sie normalerweise nicht Ăźberleben. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, wie zum Beispiel in Vogelnestern. Da sie nur 0,1-0,5 mm groĂ sind, sind sie mit dem bloĂen Auge kaum zu erkennen. Sie leben in Hausstaub und sind vorwiegend in Bettwäsche, Matratzen, PolstermĂśbeln und in TeppichbĂśden zu finden. Wie stark Milben sich vermehren, hängt von der Luftfeuchtigkeit in der Wohnung ab. Ideale Bedingungen bietet eine Luftfeuchtigkeit ab 60%. Da im Winter viel geheizt wird, sinkt die Luftfeuchtigkeit, was letztendlich dazu fĂźhrt, dass die meisten Milben absterben. Lediglich in Matratzen und in PolstermĂśbeln kĂśnnen sie Ăźberleben, da während des Schlafes Feuchtigkeit durch den Menschen zugefĂźhrt wird.
Nahrung:
Hausstaubmilben ernähren sich von Hautschuppen und von Schimmelpilzen. Es ist somit kein Wunder, dass sie die Nähe von Menschen und Tieren suchen. Der anschlieĂend ausgeschiedene Kot, ist ein Allergen, das vielen Menschen zu schaffen macht.
Wirkung als Schädling (oder als Nßtzling):
Hausstaubmilben sind ungefährlich. Normalerweise bemerken Menschen sie in ihrer Wohnung gar nicht. Anders verhält es sich, wenn jemand gegen Hausstaubmilben allergisch ist. Der von den Milben ausgeschiedene Kot gerät als feiner Staub in die Luft und wird von den Menschen eingeatmet. Allergiker reagieren darauf mit:
- Niesen
- einer laufenden und verstopften Nase
- Husten
- gerÜteten und tränenden Augen
- Halsschmerzen
- Schlafproblemen
- Kopfschmerzen
- Asthma
- Neurodermitis
Behandlung:
In Anbetracht der Tatsache, dass in einem Gramm Hausstaub mehr als 250.000 Kotkßgelchen von Hausstaubmilben enthalten sein kÜnnen, ist es notwendig die Population zu reduzieren, um einen positiven Effekt auf die Allergie zu erreichen. Dies kann durch die Nutzung von speziellen Bettbezßgen (Encasings), durch häufiges Lßften und eine konstant niedrige Luftfeuchtigkeit und Temperatur in den Räumen erreicht werden. Fßr besonders schwere Formen der Hausstaubmilbenallergie gibt es auch Tabletten oder eine Hyposensibilisierung, die vom Arzt vorgenommen werden kann.
Krätzmilben
Krätzmilben sind Parasiten, die zu einer Hautkrankheit bei Menschen fßhren. Letztere wird auch Krätze oder Skabies genannt.
Vorkommen:
Krätzmilben kÜnnen auf der ganzen Welt vorkommen und Personen jeglichen Alters betreffen. Sie werden oftmals mit unhygienischen Verhältnissen assoziiert, allerdings breiten sie sich, ähnlich wie Läuse, vor allem dort aus, wo viele Menschen zusammenkommen. Krätzmilben siedeln sich auf der Haut von Menschen an und werden durch engen KÜrperkontakt an andere Menschen weitergegeben. Besonders gerne halten Sie sich rund um den Bauchnabel, in den Achseln, an den Brustwarzen und im Genitalbereich auf.
Nahrung:
Krätzmilben sind auf Sauerstoff angewiesen und ernähren sich von Lymph- und Hautzellen. Die Milben bleiben aus diesem Grund in der oberen Hornschicht der Haut.
Wirkung als Schädling (oder Nßtzling):
Weibliche Krätzmilben dringen nach der Befruchtung in die Haut ein, um dort ihre Eier abzulegen. Männliche Krätzmilben verbleiben auf der Hautoberfläche und sterben ab, sobald sie das Weibchen befruchtet haben. Die von den Weibchen erstellten Milbengänge liegen direkt unter der Haut und sind durch ganz feine rÜtliche Linien sichtbar. Es entsteht ein Juckreiz, der zu häufigem Kratzen fßhrt. Die befallenen Hautregionen sind schuppig, haben kleine Pusteln und KnÜtchen.
Behandlung:
Krätze bzw. Skabies sind meldepflichtig und mßssen ärztlich behandelt werden, da es sonst zu bakteriellen Infektionen des Bindegewebes oder zu einer Blutvergiftung kommen kann. Zur Therapie werden Salben, Cremes oder Tabletten verwendet. Es ist wichtig, dass die Behandlung auch nach Abklingen der Symptome fortgefßhrt wird, um sicherzustellen, dass die Milben tatsächlich entfernt wurden. Im Idealfall erfolgt nach Abschluss der Behandlung noch eine Vorstellung beim Arzt.
Grasmilben
Auch die Grasmilben haben es auf den Menschen abgesehen und kĂśnnen ihm das Leben schwer machen. Grasmilben sind vor allem im Sommer aktiv, kĂśnnen aber auch bis in den Herbst hinein Ăźberleben. Aus diesem Grund werden sie auch Herbstmilben, Herbstgrasmilben oder Erntemilben genannt.
Vorkommen:
Grasmilben halten sich vor allem im Sommer im Garten, auf Wiesen und in GebĂźschen auf. Sie sind zwar ungefährlich, aber durchaus lästig, wenn man gebissen wird. Vor allem an Kniekehlen, FuĂknĂścheln und weichen Hautstellen lassen sie sich gerne nieder.
Nahrung:
Grasmilben ernähren sich von Zellsaft und von LymphflĂźssigkeit. Sie haben es deshalb besonders auf nackte Hautflächen bei Menschen abgesehen. Haben Sie diese gefunden, beiĂen Sie zu.
Wirkung als Schädling (oder Nßtzling):
Hat sich eine Grasmilben auf Ihrer Haut niedergelassen und zugebissen, so merken Sie zunächst einmal nichts. Beim Saugen sondern die Milben nämlich eine schmerzhemmende Substanz ab. Erst nach sechs bis acht Stunden, wenn die Milbe gesättigt ist, lässt sie wieder von Ihnen ab. Dann erst merken Sie, dass Sie gebissen wurden, denn nun beginnt der Juckreiz. Bissstellen sind anhand von Quaddeln auf der Haut zu erkennen, die bis zu einem Zentimeter groà sein kÜnnen. Die Schmerzen an der Bissstelle kÜnnen teilweise bis zu zweieinhalb Wochen andauern.
Behandlung:
Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie nicht kratzen. Desinfizieren Sie die Wunde stattdessen und besorgen Sie sich anschlieĂend eine Salbe aus der Apotheke, die Sie groĂzĂźgig auftragen. Falls dies nicht hilft, kĂśnnen Sie sich auch an einen Hausarzt wenden, der Ihnen Tabletten verschreiben kann.
Haarbalgmilben
Vorkommen: Haarbalgmilben werden auch Demodex-Milben genannt und siedeln sich mit Vorliebe in den Haarfollikeln von Menschen und Tieren an. Dort sitzen sie in den tieferen Kanälen. Sie sind durchsichtig und mit dem bloĂen Auge nicht sichtbar. Die Milben fĂźhlen Sie sich vor allem im Gesicht, insbesondere an der Nase und den Augenlidern, wie auch am Kopf, aber auch an den Beinen und Genitalien sehr wohl.
Nahrung:
Haarbalgmilben bzw. Demodex Milben ernähren sich von Hauttalg, der in den TalgdrĂźsen produziert wird. FĂźr das Hautmillieu ist der Talg von groĂer Bedeutung und dient als Schutz vor Hauterkrankungen, Krankheitserregern und Chemikalien.
Wirkung als Schädling (oder Nßtzling):
Haarbalgmilben sind recht häufig. Vor allem im fortschreitenden Alter treten sie vermehrt auf. Sie kĂśnnen nur mit einem Wirt (Mensch oder Tier) Ăźberleben, werden in den meisten Fällen von diesem jedoch nicht bemerkt. Erst wenn es zu viele Milben sind, kann es zu EntzĂźndungen, Schwellungen und Juckreiz kommen. Haarbalgmilben sollen auch eine Rolle bei der Entstehung der Hautkrankheit Rosazea spielen. So konnte durch diverse Studien nachgewiesen werden, dass Rosazea-Betroffene häufig Ăźber eine hohe Besiedelung der Haut mit Haarbalgmilben verfĂźgen. Ăbertragen werden Haarbalgmilben durch Gesichtskontakt oder Bettwäsche.
Behandlung:
Zur Behandlung von Haarbalgmilben verschreibt der Arzt ein antientzĂźndliches Antiparasitikum. Eine gesonderte Behandlung muss erfolgen, wenn die Haut von Rosazea betroffen ist. Neben Salben, Cremes etc. kĂśnnen auch Kapseln oder Tabletten zum Einsatz kommen oder gar eine Kombinationstherapie, wenn die Ausprägung der Krankheit besonders stark ist. Eine Laserbehandlung kannst zudem helfen, geplatzte Ăderchen zu entfernen.
Mehlmilben
Vorkommen: Mehlmilben gehĂśren zu den Lebensmittelmilben und kommen weltweit vor. Sie sind vor allem in Mehl und Getreide zu finden. Ihr Vorkommen ist nicht auf eine schlechte Hygiene zurĂźckzufĂźhren, sondern lediglich auf gute Bedingungen. So mĂśgen sie es besonders gerne feucht, dunkel und warm.
Nahrung:
Mehlmilben ernähren sich von Keimen und von Schimmelspuren in den Lebensmitteln.
Wirkung als Schädling (oder Nßtzling):
Mehlmilben sind fĂźr den Menschen nicht schädlich. Selbst wenn Sie das GefĂźhl haben, Mehlmilben verspeist zu haben, so ist dies in der Regel nicht weiter tragisch. Ein Mehlmilbenbefall hat dennoch Auswirkungen auf die Lebensmittel. So legen die kleinen Krabbeltiere bräunliche Eier und hinterlassen dadurch, sowie durch ihre Exkremente eine bräunliche Beschichtung oder Verfärbung auf den Lebensmitteln. Abgesehen davon kann das Lebensmittel einen sĂźĂlichen Geruch oder Geschmack entwickeln, wenn es von Milben befallen ist. Mehlmilben kĂśnnen auĂerdem von einem Lebensmittel zum nächsten wandern und dadurch auch Schimmel Ăźbertragen.
Behandlung:
Um Mehlmilben loszuwerden, mßssen Sie alle befallenen Lebensmittel in einer fest verschlossenen Plastiktßte entsorgen. Die Geräte, in denen die Lebensmittel gelagert wurden, mßssen mit kochendem Wasser desinfiziert werden. Schränke und Regale sollten ebenfalls grßndlich gereinigt werden. Lebensmittel, bei denen Sie sich nicht sicher sind, ob sie ebenfalls befallen sind, kÜnnen Sie Einfrieren und nach einigen Tagen wieder auftauen. Durch das Einfrieren sterben mÜgliche Milben ab. Um einen Mehlmilbenbefall in Zukunft zu vermeiden, sollten Sie die Lebensmittel an einem trockenen, kßhlen und gut belßfteten Ort aufbewahren. Verwenden Sie fßr Mßsli, Mehl etc. fest verschlossene Behälter. Lorbeerblätter helfen ßbrigens dabei Milben zu vertreiben. Verteilen Sie einfach einige davon zwischen Ihren Lebensmitteln, um Milben fernzuhalten.
Räude
Bei Räude handelt es sich um eine Milbenerkrankung bei Tieren. Sie entspricht in etwa der Erkrankung Krätze bei Menschen.
Vorkommen:
Räudemilben kÜnnen bei verschiedenen Tierarten auftreten. So werden sie zum Beispiel auch Hundemilben und Katzenmilben genannt, da sie häufig beim Hund, aber auch bei der Katze, auftreten. Abgesehen davon findet man sie auch bei Pferden, Eseln, Wildtieren, Schafen und Ziegen.
Nahrung:
Räudemilben ernähren sich von Zell- und Gewebeflßssigkeit ihres Wirtes.
Wirkung als Schädling (oder Nßtzling):
Räudemilben sind sehr ansteckend und kĂśnnen sogar auf den Menschen Ăźbergreifen und die sogenannten âPseudokrätzeâ hervorrufen. Bei Tieren wirken sie ganz unterschiedlich. Ist ein Hund befallen, kann es zu starkem Juckreiz und starkem Haarausfall kommen. Katzen knabbern dahingegen an den Hautstellen, die befallen sind. Kaninchen ertragen starke Schmerzen am Ohr. Schafe kĂśnnen ihre komplette Wolle verlieren, wenn sie von Räude befallen sind und fĂźr Pferde kann diese Krankheit sogar tĂśdlich enden.
Behandlung:
Bei dem Verdacht auf Räude sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird durch eine mikroskopische Untersuchung feststellen kÜnnen, ob es sich tatsächlich um Räude handelt. Auf Basis seiner Diagnose kann er ein Mittel auswählen, um gegen die Milben vorzugehen. Eine Eigenbehandlung wird nicht empfohlen, da es schnell zu bakteriellen Infektionen der Haut kommen kann. Auch aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr, ist ein Arztbesuch unumgänglich.
Ohrmilben sind eine Parasitenerkrankung, die bei Tieren vorkommt. Die Krankheit wird oftmals auch Ohrräude genannt.
Vorkommen:
Ohrmilben kĂśnnen beim Hund, bei der Katze und bei Frettchen auftreten. Sie werden von Tier zu Tier Ăźbertragen und kĂśnnen sich selbst auf den Menschen ausbreiten.
Nahrung:
Diese Milbenart ernährt sich von den äuĂersten Hautzellen der Tiere. Nach dem Durchstechen der Haut, konsumiert sie auch Lymph- und GewebsflĂźssigkeit.
Wirkung als Schädling (oder Nßtzling):
Ohrmilben sondern auf der Haut eine Substanz ab, die zu einer lokalen allergischen Reaktion fĂźhrt. Die Haut ist im Anschluss gerĂśtet und juckt. Der äuĂere GehĂśrgang des Tieres fĂźllt sich mit Ohrenschmalz und mit Milbenabfall, wie zum Beispiel Kot. Werden Ohrenmilben nicht behandelt, kommt es oft zu einer Infektion mit Bakterien. Eine Mittelohr- oder InnenohrentzĂźndung kĂśnnen die Folge sein.
Behandlung:
Eine Behandlung erfolgt am besten direkt beim Tierarzt. Da sich Ohrmilben auch auf Menschen ßbertragen kÜnnen, sollte diese Erkrankung nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Der Tierarzt wird die Ohren sorgfältig mit einer desinfizierenden LÜsung reinigen und danach mit einer Salbe oder mit speziellen Präparaten behandeln. Im Idealfall erfolgt die Behandlung am ganzen KÜrper, da die Milben sich auch an anderen KÜrperbereichen befinden kÜnnen. Nach vier Wochen sollte eine weitere Behandlung stattfinden, bis keine Ohrmilben mehr am Tier nachgewiesen werden kÜnnen.
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