KrÀtze (Skabies oder Scabies): Ursache, Ansteckung, Symptome, Behandlung
Inhalt
Was ist KrÀtze?
KrĂ€tze, auch als Skabies bekannt, ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch winzige Parasiten namens KrĂ€tzmilben verursacht wird. Diese Milben graben sich in die oberste Schicht der Haut ein und verursachen starken Juckreiz, Hautausschlag und HautkrustenÂ
Die Ursache fĂŒr KrĂ€tze ist die KrĂ€tzmilbe
KrĂ€tze wird durch eine spezielle Milbenart hervorgerufen. Die KrĂ€tzmilbe benutzt den Menschen als Wirt, um sich zu vermehren. Die mĂ€nnlichen Milben begatten die Weibchen und sterben kurze Zeit spĂ€ter ab. Die Weibchen graben MilbengĂ€nge unter die Haut der betroffenen Person, um dort ihre Eier abzulegen. Nach nur wenigen Tagen schlĂŒpfen die Larven und entwickeln sich innerhalb von etwa zwei Wochen zu einer ausgewachsenen KrĂ€tzmilbe. Damit beginnt der Kreislauf von vorne und die Vermehrung nimmt ihren Lauf. Die Parasiten können bis zu 5 mm groĂ werden. Wer genau hinschaut, kann sie sogar mit bloĂem Auge erkennen. KrĂ€tzmilben haben einen leicht durchsichtigen Körper, vier Beine und ein ausgeprĂ€gtes Mundwerkzeug.
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KrĂ€tze Ăbertragung: Wie steckt man sich an?
KrÀtzmilben sind hochgradig ansteckend und vermehren sich rasend schnell. Umso wichtiger ist es, sofort einen Arzt einzuschalten, wenn Sie den Verdacht haben, sich mit KrÀtze angesteckt zu haben. Menschen, die auf engem Raum zusammenleben, sind besonders gefÀhrdet, sich mit KrÀtze anzustecken. Der Befall erfolgt meist nach intensivem Körperkontakt. Die Gefahr besteht zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr, bei Umarmungen, beim Kuscheln, beim gemeinsamen Schlafen in einem Bett, aber auch beim gemeinsamen Spielen.
In EinzelfĂ€llen ist auch eine Ansteckung durch kontaminierte Textilien oder GegenstĂ€nde möglich. Aus diesem Grund sollten BettwĂ€sche, HandtĂŒcher, Stofftiere etc. von erkrankten Personen grĂŒndlich gereinigt und desinfiziert werden, damit es nicht zu einer Weiterverbreitung kommt. Zwar ĂŒberleben die Milben ohne einen menschlichen Wirt nur wenige Tage, jedoch kann dies fĂŒr eine Ansteckung schon reichen.
Auch eine Ansteckung durch Tiere ist möglich, fĂŒr den Menschen jedoch nicht weiter von Bedeutung. Tiere werden in der Regel von speziellen RĂ€ude-Milben befallen, die zwar auf den Menschen ĂŒbergreifen können, jedoch recht schnell absterben, da der Mensch fĂŒr sie nicht den richtigen Wirt darstellt.
Mit einer peniblen Körperhygiene können Sie zwar dafĂŒr sorgen, dass die Vermehrung der Milben nur langsam vonstatten geht, jedoch ist es nicht möglich, eine Ansteckung dadurch zu vermeiden oder einen bereits erfolgten Befall in den Griff zu bekommen.
BorkenkrÀtze: Sonder- & HÀrtefall dieser Krankheit
Die BorkenkrĂ€tze ist eine besonders aggressive Form dieser Krankheit. In der Regel reicht schon ein kurzer Hautkontakt aus, damit die Milben sich ausbreiten können. Hinzu kommt, dass sie sich deutlich schneller vermehren, als dies bei herkömmlichen KrĂ€tzmilben normalerweise der Fall ist. Diese Form der Erkrankung wird auch Scabies crustosa genannt. Vor allem Menschen mit einem geschwĂ€chten Immunsystem mĂŒssen sich hier sehr in Acht nehmen. Sie sind in der Regel deutlich anfĂ€lliger fĂŒr die Erkrankung, als Personen mit einer robusten Gesundheit.
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Die Symptome: Anfangsstadium & nach Ausbruch
Einen Befall mit KrĂ€tze bemerkt man in der Regel leider erst nach etwa zwei bis drei Wochen. Diese lange Zeitspanne gibt den Parasiten die Möglichkeit, sich ungehindert zu vermehren. Durch die Ausscheidung von Milbenkot, kommt es nach einem gewissen Zeitraum zu allergischen Reaktionen des Körpers. Es entsteht ein starker Juckreiz, der hĂ€ufig das erste Anzeichen fĂŒr eine Ansteckung mit Skabiesmilben ist.
Kurze Zeit spÀter wird die Haut schuppig, es entstehen Pusteln, Knötchen oder BlÀschen. Mit der Zeit bildet sich auch eine Hornhaut. Besonders hÀufig tritt diese Art von Symptomen an warmen Körperstellen auf, wie zum Beispiel zwischen den Fingern, an den Handgelenken, im Schritt und unter den Achselhöhlen.
Auch die Symptome der BorkenkrÀtze sind ausgeprÀgter
Bei einem Befall mit BorkenkrÀtze entstehen ganz Àhnliche Symptome, diese fallen allerdings stÀrker aus. Neben dem klassischen Juckreiz, Hautrötungen und Pusteln, kann es jedoch auch schnell zu schwerwiegenden Infektionen, wie zum Beispiel Abszessen oder Blutvergiftungen kommen.
Das Problem durch die Inkubationszeit
Hat ein Befall mit Scabiei Milben stattgefunden, so zeigen sich die ersten Anzeichen den Erkrankten erst nach zwei bis drei Wochen. Diese lange Inkubationszeit fĂŒhrt dazu, dass die Parasiten sich ungehindert vermehren können und im Umfeld des Patienten Ansteckungen erfolgen. Da die erkrankte Person von ihrer Infektion noch nichts weiĂ, befindet sie sich naturgemÀà noch nicht in Behandlung und steckt Menschen in ihrem engen Umfeld an, ohne es zu wissen.
Hinweis: Meldepflicht ernst nehmen
Skabies und Skabies crustosa sind Krankheiten, die meldepflichtig sind. Da KrĂ€tze sich rasend schnell ausbreitet, ist es wichtig, dass eine Erkrankung zĂŒgig gemeldet wird und entsprechende MaĂnahmen eingeleitet werden. Falls Sie als Privatperson an KrĂ€tze erkranken, ist der Arzt, der die Krankheit diagnostiziert, dazu verpflichtet, sie dem Gesundheitsamt zu melden. Auch BeschĂ€ftigte in Gemeinschaftseinrichtungen haben eine Meldepflicht, der sie nachkommen mĂŒssen. Dies gilt zum Beispiel fĂŒr KindergĂ€rten, Schulen, Kinderheime, Altenheime und andere Einrichtungen.
Krankheiten mit krÀtzeÀhnlichen Symptomen
Bis die Diagnose KrĂ€tze gefallen ist, kann einige Zeit vergehen. Dies liegt zum einen an der langen Inkubationszeit, aber auch an der Tatsache, dass die Erkrankung fĂŒr den Laien und selbst fĂŒr manche spezialisierten Ărzte nicht leicht zu erkennen ist. Die Verwechslungsgefahr mit anderen Krankheiten, die Ă€hnliche Symptome aufweisen, ist sehr hoch. Da wĂ€ren zum Beispiel Neurodermitis oder eine Kontaktallergie. Es erfordert also einige Ăbung und Erfahrung, um auf einen Blick feststellen zu können, dass es sich um eine Erkrankung mit KrĂ€tzmilben handelt.
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KrĂ€tze Behandlung: MaĂnahmen bei dieser Krankheit
Eine Behandlung von Scabies sollte stets durch einen Arzt erfolgen. Sobald Sie einen Verdacht haben, dass Sie sich mit Skabiesmilben angesteckt haben, sollten Sie umgehend Ihren Arzt informieren, um sicherzustellen, dass eine entsprechende Therapie eingeleitet wird. Der Arzt wird eine Diagnose stellen und MaĂnahmen ergreifen, damit die Milben absterben und sich nicht weiter ausbreiten können. In der Regel kommen dabei Medikamente zum Einsatz, die er individuell auswĂ€hlt. Begleitend zu einer medikamentösen Behandlung, können diverse Hausmittel zum Einsatz kommen, um eine zĂŒgige Gesundung zu unterstĂŒtzen. So haben sich zum Beispiel Essig, Teebaumöl, Lavendelöl oder Zwiebelschalen im Einsatz gegen KrĂ€tze bewĂ€hrt. Bedenken Sie jedoch, dass eine Behandlung, die ausschlieĂlich mit Hausmitteln erfolgt, nicht den gewĂŒnschten Erfolg bringt und die KrĂ€tze auf Dauer nicht abtöten wird.
Salben
- Permethrin
- Benzylbenzoat
- Crotamiton
Tabletten
- Ivermectin
SchutzbezĂŒge zur Sicherheit bedenken (Encasings)
Encasings sind SchutzbezĂŒge, die als ZwischenbezĂŒge um das Kissen, die Bettdecke und die Matratze gezogen werden können und durch ihre extrem feinporige Beschaffenheit eine Barriere zwischen dem Menschen und den Milben bilden, die sich bekanntlich gerne in dem Bettzeug und der Matratze aufhalten. Encasings werden in der Regel bei einer Hausstaubmilbenallergie verwendet, können jedoch auch bei Scabies durchaus sinnvoll sein. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine Therapie begonnen hat und man verhindern möchte, dass ein Kontakt mit Milben stattfindet, die möglicherweise im Bettzeug verblieben sind. Bedenken Sie dabei jedoch folgendes: Skabiesmilben können nur auf einem Wirt ĂŒberleben. In Textilien oder auf GegenstĂ€ndenÂ ĂŒberleben sie meist nicht lĂ€nger als zwei Tage.
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KrÀtze FAQ - Weitere Fragen
Gibt es eine KrÀtze ohne Juckreiz?
Hat ein Befall mit Skabies stattgefunden, so ist der Juckreiz ein wichtiges Symptom. Oftmals fehlt dadurch die Erkrankung ĂŒberhaupt erst auf. TatsĂ€chlich gibt es jedoch einige Menschen, bei denen der Juckreiz nur sehr gering oder gar nicht ausgeprĂ€gt ist. Oftmals handelt es sich dabei um Personen mit einem geschwĂ€chten Immunsystem. Zu bedenken ist auĂerdem, dass es einige Zeit dauert, bis sich der Juckreiz entwickelt. Die Inkubationszeit der Erkrankung betrĂ€gt zwei bis drei Wochen. Meist entwickelt sich erst nach diesem Zeitraum der Juckreiz, der dazu fĂŒhrt, dass betroffene Person sich konstant kratzen möchten. Bis die Krankheit ausbricht vergeht also ein relativ langer Zeitraum, in dem es zu keinem Juckreiz kommt.
Kann man KrÀtzmilben erkennen?
KrÀtzmilben können bis zu 5 mm groà werden. Mit einer guten Sehkraft, lassen Sie sich also ohne Weiteres erkennen. Auch die MilbengÀnge, die durch KrÀtzmilben unter der Haut gegraben werden, sind oftmals sichtbar. Sie sind zwei bis drei cm lang und haben eine gebogene Form. Die Parasiten liegen darin ihre Eier ab.
Kann man KrÀtze von Tieren bekommen?
Auch Tiere können sich mit KrĂ€tze anstecken. Dabei handelt es sich jedoch um eine andere Form der Milbe. Bei Tieren heiĂt die Krankheit RĂ€ude. Diese Form der Milbe kann sich durchaus auch auf der menschlichen Haut ausbreiten. Ist dies geschehen, kann es zu leichten Hautirritationen und Rötungen kommen. In der Regel sind diese jedoch von kurzer Dauer, denn die Milbe stirbt nach kurzer Zeit ab. RĂ€ude-Milben benötigen einen tierischen Wirt, um ĂŒberleben zu können. Sie können sich als Mensch also durch ein Tier mit KrĂ€tze anstecken, jedoch nimmt diese Erkrankung nur einen kurzen Verlauf und verschwindet schnell wieder von alleine.
Kann man KrÀtze vorbeugen?
Sie können Skabies nur vorbeugen, indem Sie lĂ€ngeren Hautkontakt mit erkrankten Personen vermeiden. Dies bietet jedoch keine Garantie, denn durch die lange Inkubationszeit der Krankheit, wissen viele Personen ĂŒber mehrere Wochen nicht, dass sie sich infiziert haben. So kommt es auch, dass KrĂ€tze sich anfangs ungehindert ausbreiten kann. Eine penible Hygiene schĂŒtzt leider ebenfalls nicht vor einer Ansteckung. Sie kann zwar dazu fĂŒhren, dass die Parasiten sich deutlich langsamer vermehren, eine Ansteckung vermeiden oder einen bereits bestehenden Befall korrigieren, können Sie damit jedoch leider nicht.
Kann mein Kind mit KrÀtze zur Schule?
Hat Ihr Kind sich mit Skabies infiziert, darf es erst wieder zur Schule, wenn keine Ansteckungsgefahr mehr von ihm ausgeht. Grundlage dafĂŒr ist ein Ă€rztliches Urteil. Der Arzt muss ein Attest ausstellen, indem er bestĂ€tigt, dass keine lebenden Milben mehr vorhanden sind. Die Erziehungsberechtigten sind verpflichtet die Erkrankung der Schule bzw. dem Kindergarten zu melden.
Wie lange muss man zu Hause bleiben?
Von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen vergehen etwa zwei bis drei Wochen. In AusnahmefĂ€llen kann die Inkubationszeit sogar bis zu sechs Wochen dauern. In dieser Zeit sind Sie hochgradig ansteckend. Die Ansteckungsgefahr bleibt solange bestehen, wie KrĂ€tzmilben sich in Ihrer Haut befinden. Selbst wenn Sie bereits mit einer Therapie angefangen haben, bleibt die Ansteckungsgefahr erhalten, bis die Behandlung abgeschlossen ist. Dementsprechend sollten Sie nichts ĂŒberstĂŒrzen, sondern erst wieder zur Arbeit gehen oder Ihr Kind erst dann wieder in die Schule schicken, wenn die Erkrankung tatsĂ€chlich ausgestanden ist. Verlassen Sie sich dabei nicht auf Ihr eigenes GefĂŒhl. Ein Besuch beim Arzt verschafft Klarheit. Erst wenn der Arzt sagt, die Gefahr ist gebannt, können Sie wieder los und Ihrem Alltag nachgehen.
Hilft Sauna bei KrÀtze?
Milben sterben bei hoher Hitze ab. Dementsprechend kann ein Sauna-Besuch förderlich wirken. Nichtsdestotrotz sollten Sie bedenken, dass der Besuch einer öffentlichen Sauna mit einer KrĂ€tze-Erkrankung zu weiteren Ansteckungen fĂŒhren kann, die unbedingt vermieden werden mĂŒssen.
Gibt es eine Impfung?
Eine Impfung gegen Scabiei sarcoptes gibt es nicht. Die einzige Möglichkeit, um sich vor der Erkrankung zu schĂŒtzen ist es, engen Körperkontakt mit anderen Personen zu vermeiden.
Können Narben zurĂŒckbleiben?
Der von KrĂ€tzen hervorgerufene Juckreiz fĂŒhrt dazu, dass Betroffene sich kratzen. Je nachdem wie oft und wie intensiv dies passiert, können durchaus SchĂ€digungen der Haut zurĂŒckbleiben, die letztendlich zu Narben fĂŒhren. Achten Sie deshalb darauf, sich nach Möglichkeit nicht oder nur wenig zu kratzen, um eine Narbenbildung zu vermeiden.
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